Sonntag, 01.04. (Tag 17)

Sonntag, 01.04.2007 (Tag 17),
ich schlafe schlecht. Draußen rauscht die ganze Zeit das Meer, in der Ferne fahren die Autos und LKWs auf der PanAm vorbei. Von fünf bis sechs regnet es. Es dreht sich alles ein wenig und meinem Magen ist auch etwas flau. Vielleicht hätte man Bier, Rotwein und Pisco nicht in der Reihenfolge kombinieren sollen.
Um neun Uhr aufstehen, duschen (kalt!, hier allerdings kein Ärger mit dem Vermieter sondern grundsätzlich nur kaltes Wasser) und Kaffee-Trinken. Frühstücken. Und dann ging’s. In dem Moment machte es bei mir klick und die Welt war in Ordnung. Aus dem MP3-Player von André kommt Bigband-Musik, Oskar und Ursula machen Tunfisch mit Zwiebeln und Tomate.
In aller Ruhe (gegen halb 11) trödeln wir wieder zum Strand und am Nachmittag wollen wir noch ins Zentrum von Camana. Ich probiere Bodyboard surfen aus und das geht, selbst für einen Sportmuffel wie mich, sehr gut.

Man muss weit in den Ozean reinlaufen (mind. 50 Meter, aber das Wasser bleibt halbwegs flach) und muss dann auf eine schöne Welle warten, in diese Reinspringen und sich dann nur noch von ihr Richtung Ufer treiben lassen. Am besten geht das mit Doppelwellen, aber die sind recht selten. Man bekommt auch schnell einen Blick für tolle und nicht so tolle Wellen und wartet lieber eine mehr ab, als sich von einen lahmen „Wellchen“ im Schneckentempo zum Strand befördern zu lassen. Das Wasser ist wirklich kalt (wahrscheinlich genauso kalt wie gestern), aber wenn man sich bewegt und ehrgeizig auf die richtige Welle wartet, dann stört das nach kurzer Zeit gar nicht. Wenn man aus dem Wasser kommt, wärmt einen die Sonne auch schnell wieder auf, zwei bis drei Minuten von jeder Seite, und auch die Badehose ist wieder trocken.
Dann Sombrero aufsetzen und Sonnenbrille und hoffen, dass die Sonnenmilch wasserfest ist. Das ist sie bei mir allerdings auch. Ich passe ein wenig auf mit der Sonnendosis, ziehe recht bald schon ein T-Shirt über und verbrenne mir in den zwei Tagen nichts. Nur die Rückseiten meiner Unterschenkel sind etwas rot geworden. Im Gesicht und an den Armen bin ich nun ein wenig gebräunt.
Außerdem noch die Vögel. Die Möwe ist ein scheues Tier. Den Menschen lässt sie nur bis auf einige Meter an sich heran, dann fliegt sie weg. Es macht einen Mordsspaß, in ein Schwarm sitzende Möwen zu laufen und diese aufzuscheuchen. Das Laufen kann man sich übrigens sparen, wenn man einfach nur mit dem Sombrero nach ihnen winkt.
Zum Mittagessen gibt es nur einen kleinen Imbiss (ich gehe nach Hause und esse eine Banane und ein Sandwich) und um 14h Uhr kommt tatsächlich Aufbruchstimmung am Strand auf. Unser Taximann ist auch schon da, er fährt mit uns gegen 15:30 Uhr ins Zentrum.


Unsere Sachen lassen wir erstmal noch im Haus, schließlich ist der Kofferraum nicht mehr abschließbar, das Schloss fehlt.
In Camana umrunden wir den Plasa de Armas (jedes Kaff hat so einen), durchschreiten eine moderne Fußgängerzone und essen ein queso helado in einem Eiscafé.



Es gibt zwei Preislisten, eine für die Touristen in der Speisekarte und eine für die Einheimischen auf Nachfrage. Weil wir Oskar dabei haben, zahlen wir wie die Einheimischen nur ein Viertel der Touripreise. Weiter geht’s durch den Ort. In einem weiteren Café wollen wir noch einen Kaffee trinken und einen kleinen Snack einnehmen. Hier läuft laut Fußball (Uni Lima gegen so-und-so) im Fernsehen (sonst läuft überall Salsa oder Reaggeton).
Der café con letche ist noch schlechter als im Uni-Café. Lauwarme Milch mit einem Hauch von Instantkaffee. Kaffee ist hier sowieso ein Problem. Zu hause sind wir zu Filterkaffee übergegangen (mit selbst mitgebrachten Filtertüten aus Deutschland), diesen bekommt man zwar auch hier und da zu kaufen, aber Standard ist er leider noch nicht. Immerhin liefert man uns auf Nachfrage noch jedem eine weitere Tüte Instantpulver dazu. Das macht den Kaffee zwar auch nicht wärmer, aber immerhin etwas stärker.
Der Hamburger con carne besteht aus zwei scheiben Toast und ist nicht der allergrößte, aber für 3,50 Soll (90 ct) geht das noch.
Um halb selchs schließlich brechen wir auf (Fragt nicht nach den Toiletten, ihr wollt es nicht wissen), zum Haus, Sachen einladen und dann wieder rauf ins Gebirge. Um kurz nach acht erreichen wir unfallfrei Arequipa. Wir sind alle ein wenig fertig mit der Welt („Hurra, wir leben noch!“). Auspacken.
Mario kommt bei uns im Haus an. Nach allgemeinem Hallo und Zimmerzuteilung ziehen Oskar, André und er nochmal los in die Innenstadt, ich gehe um kurz nach 11 zu Bett und bekomme nichts weiter mit.

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