Donnerstag, 05. April (Tag 21)

Donnerstag, 05. April 2007 (Tag 21),
Wecker das erste mal um sechs, schließlich wollen wir zu fünft (Steffi, André, Andrea, Alexandra und ich) auf Wandertour gehen und um halb acht aufbrechen, um noch vor acht am Reisebüro zu sein, wo dann Abfahrt sein soll. Aufstehen dann aber doch erst um halb sieben, duschen, frühstücken, Sachen packen, Schnitten schmieren, noch versuchen, den Pullover trockenzubügeln, dann doch einen anderen genommen, um zehn vor acht dann aus dem Haus und mit zwei Taxis zur Avn. Jerusalem. Wir kommen um acht an und dann ist auch erst noch eine gemeinsame Besprechung. Es wird vollzählige Anwesen überprüft und dann geht es mit einem klapprigen Kleinbus los. Raus aus Arequipa Richtung norden. Wir besichtigen eine Steinmetzfabrik (nicht wirklich spannend) und dann geht es weiter nach Yura. Yura liegt in einem fruchtbaren Tal nordwestlich von Arequipa und man braucht keine 20 Minuten, bis man da ist. Es gibt die Möglichkeit, noch einmal einzukaufen in einem kleinen Laden, dessen Besitzer der Bruder vom Reiseleiter ist. Schließlich fahren wir weiter zu unserem Lagerplatz. Es ist eine etwas abgelegene Eselfarm am Ende der befahrbaren Straße ins Tal hinein. Oben am Weg steht ein noch nicht fertiges Haus mit Toilette ohne Spülung und davor liegt der Unterstand für die Esel. Außerdem gibt es noch einen Steinplatz und ein phantastisches Panorama über Terrassen-Landwirtschaft.

Wir laden unsere Sachen ab (im Haus), ziehen uns wassertaugliche Klamotten an und dann geht es los. Runter zum Fluss. Als hangabwärts, schätzungsweise 50-100 Meter Höhenunterschied.


Der Fluss ist eigentlich eher ein Bach, wir machen kurz Rast (Moskitos!) und dann geht’s auch schon wieder den Berg hinauf. Wir erfahren noch etwas über Kalköfen (zwei Tore zum Beheizen, Trichter von oben zum Beladen) sind dann irgendwann wieder im Dorf bei dem Laden (dessen Besitzer, ihr wisst schon …). Wir waren gut zwei Stunden unterwegs und um halb zwei gibt’s dann Mittagessen in unserer Eselhütte: Kartoffel, Fleisch (sehr lecker, aber fettig und sehning, dafür gut zum mit den Fingern essen) und Salat (den ich auslasse). Wir haben nach dem Essen knapp ’ne Stunde Pause. Eigentlich alle nutzen die Zeit für eine kleine siesta, was mir Zeit lässt, unsere Reisegruppe noch ein wenig zu beschreiben. Wir sind die fünf Deutschen, dazu kommen zwei Franzosen (er und sie, aber kein Pärchen), die noch einen Peruaner im Schlepptau haben, der mal neun Monate in der Schweiz war und entsprechend gut deutsch spricht. Außerdem eine Mutter mit Tocher (10 Jahre alt) und zwei weitere Peruaner. Dazu noch die Reiseleitung.
Um viertel nach drei machen wir lustige Spiele („Der Plumssack geht rum“ in der Peru-Edition), schließlich richtet sich unsere Tour ja an Jugendliche. Danach zur Abwechslung mal eine Wanderung auf den nächsten Hügel. Naja, Berg. 300-400 Meter bergauf, leicht alpine Anforderung. Erkenntnis hier: Wenn man in der vorderen Gruppe mit dabei ist, hat man am meisten Pausen, schließlich geht’s meistens bald weiter, nachdem auch die Letzten eingetroffen sind. Von oben hat man dann aber tatsächlich eine gute Aussicht. Auf den Sonnenuntergang um kurz nach sechs warten Teile der Gruppe (Steffi ich und noch drei andere) nicht, sondern wählen den Abstieg, einen ausgetrockneten Gebirgsbach hinunter. Das geht leider viel schlechter, als es sich anhört. Das Gebirgsgestein ist scharfkantig und noch nicht von 1000 Jahren Wasserlauf rund geschliffen. Irgendwann wird es dann auch dunkel und ich hab nur meine Sonnenbrille auf und mit. Die andere liegt im Haus. Also rasch mit den allerletzten Sonnenstrahlen dorthin. Zum Abendbrot ist dann erstmal Lagerfeuer-Gucken angesagt, der Grill macht noch etwas Probleme. Die Zelte werden aufgebaut (durch die Reiseleitung) und wir machen es uns ums Feuer bequem. Die mitgebrachte Alkoholika werden rundgereicht, man kommt ins Gespräch. Schließlich liefert auch der Grill leckere Hotdogs (mit Mayo, die natürlich nicht vom Grill) und so ist für das leibliche Wohl gesorgt. Eine Autobatterie treibt den Verstärker und die Boxen an und aus einem MP3-fähigen Handy kommt (US-)englische Musik aus den 80er- und 90er-Jahren. Gegen elf, halb zwölf dann zu Bett, also ins Zelt. Draußen dröhnt die Musik weiter, Teile der Gruppe sind auch nochmal ins Dort gezogen zum Alkohol kaufen, dem wollten sich Steffi und ich dann aber wirklich nicht mehr anschließen, schließlich soll ja morgen um fünf Wecken sein und danach abermals große Tour.
Im Zelt dann das Aha-Erlebnis: Zelten auf Steinboden ohne Isomatte ist jetzt nicht so der Hit. Aber die Müdigkeit durch die Wanderungen vom Tag sowie das fortgeschrittene Wohlbefinden aufgrund von Speis‘ und Trank sorgen dafür, dass wir rasch und trotz der lauten Musik draußen schnell einschlafen.

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