Samstag, 21. April (37. Tag)

Samstag, 21. April 2007 (37. Tag),
heute lerne ich, was vergebliches Warten bedeutet. Nicht, dass ich das nicht schon vorher gewusst hätte, aber heute erleben wir so ziemlich die Krönung von vergeblichem Warten. Wie kommt es dazu? Nun, nach moderatem Ausschlafen (bis um halb 10) und einen Frühstück mit frischen Brötchen (ich war losgegangen, weil die Milch aus war und hatte dann auch noch das Backwert mitgebracht) fuhren Steffi und ich in die Stadt zur Banco de Credito, weil ich immernoch kein Konto eröffnet hatte, welches ich doch so dringend zur Auszahlung meines nächsten Lohnes benötige. Wir kommen dort um etwa halb zwölf an und ziehen eine Wartenummer (PS-131). Der Fortschritt ist erst bei PS-71 und wir nehmen geduldig Platz auf einem der zahlreichen Sitze. Es gibt nur neun Schalter und zu unsere Warteliste kommen noch zwei weitere (PC- und PI-) die irgendwie sortiert immernoch mit eingeschoben sind. Bis kurz vor eins ist der Zähler immerhin schon bis PS-101 vorangeschritten und nach grobem Überschlag der uns noch bevorstehenden Wartezeit beschließen wir, einen Kaffee zu trinken und dann nochmal wiederzukommen.
Wir finden zwar auch ein Café, sind uns dann aber nicht ganz einig, was wir wollen. Ich esse schließlich ein Eis auf die Hand und wir kehren um kurz nach eins wieder zur Bank zurück. Die hatte inzwischen geschlossen und man lies uns auch nach mehrminütigem Betteln und Flehen und Erklärungen nicht wieder hinein, während drinnen die noch verbliebenen Wartenden zu Ende bedient wurden. Ziemlich angepisst von dieser speziellen Form der peruanischen Kundenfreundlichkeit setzen wir uns am Plaza de Armas ersteinmal in die Sonne und schlagen Rat.
Eine Flasche Wasser aus dem El Super kann nicht schaden und danach begeben wir uns zu Fuß zum Siglo XX, den Markthallen von neulich schonmal. Der Weg dorthin klappt auf Anhieb, wir durchqueren auch nur halbwegs sichere Stadtviertel und entdecken auch noch ein, zwei lustige Lädchen (einen Musikladen mit Gitarren und eine Einkaufspassage). Dort kaufen wir mir zwei Poloshirts (die bekomme ich zum Geburtstag) und uns zwei DVDs (für einfach mal so). Backformen (mit ein Grund, überhaupt dorthin zu gehen) finden wir keine, dafür aber so langsam wieder eine etwas bessere Laune. Wieder auf dem Rückweg zum Plaza de Armas kehren wir in einer polloria ein. Der Viertelbroiler mit Pommes und Salat schmeckt uns sehr gut. Danach entdecken wir noch zwei Klamottengeschäfte, die wir in Ruhe durchstöbern, wo wir aber ausnahmsweise nichts kaufen. Im Eispalast gönnen wir uns jeder ein Stück Torte (Steffi Schoko, Peter Mocca) und einen Cappuccino, um dann unmittelbar danach noch ein Eis in der Eisdiele gegenüber zu erwerben. Wieder am Plaza de Armas sind wir so richtig satt. Wir genießen noch die beginnende Dämmerung und den einsetzenden Sonnenuntergang und sitzen alsbald im Taxi nach Hause.
Eigentlich könnte jetzt ein ruhiger Tagesausklang beginnen, aber es steht noch einkaufen an, wir haben schließlich immernoch keine Kuchenform. Im El Kosto werden wir fündig.
Abends gegen neun fahren Dan, Alexandra, Steffi und Peter dann ins Dady’o am Plaza de Armas. Dan hat Gutscheine organisiert, so dass der Eintritt statt sieben nur fünf Sol kostet. Außerdem kosten alle Getränke (Bacardi-Colo, Absolut Vodka, Ariquipeña, Johnny Walker und noch ein ordentlicher Pisco) nur zwei Sol den ganzen Abend lag. Wir beteiligen uns zweimal am Karaoke und lernen einen US-Amerikaner kennen. Jim, 25, aus Portland, Oregon, reist zwei Monate durch Südamerika, um sein Spanisch zu verbessern. Wir unterhalten uns eine ganze Weile, zumeist auf Englisch, und gegen halb zwei oder so verlassen wir die gastliche Stätte.
Bei uns vor dem Haus treffen wir noch einen Kanadier (aus Vancouver) und einen weiteren Ami (aus West-Virginia) an, mit denen wir uns aber nur kurz unterhalten.

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