Freitag, 01. Juni (Tag 78)

Freitag, 01. Juni 2007 (Tag 78),
Tag zwei in La Paz. Wir wiederholen die Nutzung des Frühstücksangebotes, es ist auch heute alles prima, die Milch ist zwar aus, aber mal kann man seinen Kaffee auch ohne trinken. Wir erkundigen uns dann nach dem Zoo. Wir hatten ihn auf dem Stadtplan entdeckt und für ein gutes Vormittagsprogramm befunden. Für den Hinweis der Dame am Herbergsschalter, das es dort weder Giraffen noch Elefanten gebe, bedanken wir uns artig, fahren dann aber trotzdem mit einem lustigen Micro-Bus der Linie elf zum Zoo. Die Microbusse sind alte halblange Busse US-amerikanischer Bauart der Marken Ford, Dodge, Chevy und noch einiger mehr. Alle Busse der Linie elf sind gelb, außerdem fahren sie vor der Herbergstür ab. Für die halbstündige Fahrt zahlen wir 2 Bs und überwinden dann einen Höhenunterschied von 700m immer bergab Richtung Zoo. Je weiter man nach unten kommt, desto dicker wird die Luft und desto reicher wird die Gegend. Wir kommen vorbei an Botschaftsgebäuden und edlen Cafés, durchfahren reichlich Serpentinen, kommen an Parks und Grünanlagen vorbei und insgesamt macht La Paz einen sehr sauberen, wenn auch etwas heruntergekommenen Eindruck auf uns. Hier und da könnte mal wieder neu gestrichen oder verputzt werden. Im Vergleich zu Arequipa muss La Paz einige Erdbeben weniger durchgemacht haben oder die Stadt ist einfach reicher.
Wir rumpeln weiter durch die Stadt (die Taxifahrt hätte übrigens 50 Bs gekostet) und erreichen schließlich die Endstation Zoo. Wir lösen eine Eintrittskarte für 3,50 Bs (Klobenutzung zu 0,50 Bs inklusive) und machen in aller Ruhe einen Rundgang durch den Tiergarten.




Es gibt Wasservögel wie Enten und Flamingos, außerdem Bären, Rehe, Faultiere, Biesamratten, einige Affenarten, Jaguare, einige Vögel, unter anderem Geier, Falken und Kondore, einige wenige Schlangen, die vier heimischen Lama-Arten, ein paar Füchse, Kaninchen und Meerschweinchen und überhaupt fast alle in Südamerika heimischen Tierarten. An den meisten Gehegen sind Schilder mit Höhenangaben des Vorkommens. Es ist Werktag, außer uns sind nur zwei Grundschulklassen und vier bis fünf weitere Gäste unterwegs.
Als wir mit allem fertig sind ist es Mittag. Mit dem Microbus geht es zurück. Ein Kuriosum am Rande: Die von uns genutzten Microbusse sind durchweg größer als die hier auch verkehrenden so genannten Minibusse, kleine 12-16 Sitzer japanischer oder koreanischer Bauart. Mein Sprachgefühl sagt mir eigentlich, dass Micro noch kleiner als Mini wäre, hier anscheinend nicht …


Die Rückfahrt, streckengleich aber immer Bergauf, ist 0,20 Bs günstiger als der Hinweg. Die Steigung nimmt der geschätzte 40 Jahre alte Bus geduldig und artig auf sich, wir erreichen die Innenstadt und haben Hunger. Die Menüs in der Menüstraße sagen uns heute nicht so recht zu und so landen wir bei MegaBurger, ein Reinfall, wie sich später herausstellen soll. Der Speck auf dem Burger schmeckt etwas ekelig, die Pommes sind kalt. Sättigen tut’s trotzdem und so sitzen wir nach dem Mittagessen wieder auf dem Plaza aller Plazas in La Paz, dem Plaza de Murillo.
Wir beobachten wieder das Treiben, und haben uns für den Nachmittag das Abschreiten des am Vormittag bereits gesehenen und vom Reiseführer überaus gepriesenen Prado vorgenommen. Der Prado ist die breite Straße mit Grünstreifen in der Mitte, die La Paz von unten nach oben einmal durchzieht. Beginnend unten im Reichenviertel geht es in der Mitte durch die Innenstadt und endet oben zwischen dem Flughafen und El Alto („das Oben“), dem Armenviertel der Stadt.
Wir entscheiden uns sinnigerweise dafür, bergab in Richtung „schön“ zu gehen, am Vormittag hatten wir auch Cafés gesehen, doch dafür ist es jetzt noch etwas früh. Wir rasten erst an einem großen Verkehrskreisel mit Reiterstandbild und später nochmal am Plaza de Boliviar.
Eingekehrt wird schließlich im Café Dumbo. Die Torten in der Auslage sehen sehr lecker aus, wir haben aber Appetit auf Eis. Die Eissorten sind jetzt nicht die aller leckersten der Welt (unserer bescheidenen Meinung nach), aber davon lassen wir uns die Stimmung nicht verderben.
Zu Fuss geht es weiter zurück, mit vollem Bauch und bergauf, wir brauchen wohl etwas länger als auf dem Hinweg, aber das macht ja nichts.

Wieder bei uns im Viertel gehen wir noch auf die Suche nach eventuellen Mitbringseln und Textilien für den Eigenbedarf. Nach Stulpen (Wadenwärmer oder auch Kniestrümpfe ohne Fuß) steht der Dame der Sinn und wir werden auch fündig. Bei Pullovern und Ponchos besteht immer latent das Problem, dass sie für Deutschland einfach mal ungeeignet aussehen und man sich damit nicht auf die Straße begeben möchte. Wir entdecken heute auch noch zwei drei weitere Cafés, wie immer, wenn man sie nicht sucht. Ein wenig Proviant für den Reisetag morgen besorgen wir auch noch, Brötchen und Mandarinen werden uns morgen eine Wegzehrung sein. Gekauft wird beim Straßenhändler, die führen fast alles, außer Mineralwasser mit Kohlensäure. Bei mehreren Händlern versuchen wir unser Glück, überall das gleiche Bild, keine Wasser mit Kohlensäure. Es gibt allerdings eine Zitronenbrause mit Mineralwasser. Die schmeckt fast wie Sprite, ist aber nicht ganz so klar, dafür aber auch nicht ganz so teuer wie das Markenprodukt und damit nehmen wir dann vorlieb.
Wieder in der Herberge nochmal Fernsehen im Aufenthaltsraum zu gleichen Konditionen wie Tags zuvor. Die Folgen der Zeichentrickserien sind heute andere, der Film am Vorabend ist für uns heute „Das fünfte Element“, Englisch mit spanischen Untertiteln.
Nach Ende der Flimmerkistensitzung (21:30 Uhr) wollen wir eigentlich das gleiche Lokal wie am Vortag aufsuchen, doch die machen uns die Tür vor der Nase zu. Aus dieser Not heraus landen wir somit in der Pizzeria gleich bei uns mit im Haus und das erweist sich im Nachhinein auch als wahrer Glücksgriff. Die Pizza ist hauchdünn und knusprig. Dazu gut belegt und ausreichend gewürzt. Ich nutze die letzte Gelegenheit, auch noch ein einheimisches Bier zu probieren und entscheide mich für ein Paceña. Es ist zum Glück gut gekühlt, denn geschmacklich ist es einem Holsten recht ähnlich und das ist auch nicht unbedingt mein Ding.
Wieder in der Herberge ist die Peña-Musik zum Glück schon vorbei, wir gehen zeitig zu Bett, morgen steht die Heimfahrt an.

Twix rot: schmeckt wir Snickers ohne Erdnüsse

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