Sonntag, 26. August (Tag 164)

Sonntag, 26. August 2007 (Tag 164),
wir hatten uns gestern in weiser Voraussicht noch einen Weckanruf für zehn Uhr organisiert, es gibt Frühstück bis um elf. Das Aufstehen fällt uns schwer, die Nacht war kurz und die Betten mit vier Kissen pro Person entlassen einen auch nur widerwillig. Duschen, mit dem Fahrstuhl nach unten. Es gibt ein Frühstücksbüfett, danach checken wir aus ohne zu bezahlen, mit dem Shuttlebus geht es zum Flughafen zurück. Wir finden die Gepäckaufbewahrung, bezahlt wird pro Gepäckstück und Größe, wir kommen insgesamt auf 60 Dollar, aber das ist es uns wert, wir haben gestern schon lange genug auf einem Flughafen gewartet, das brauchen wir heute nicht noch einmal.
Die Flughafen-Bahn fährt uns zur Jamaika-Station, mit der U-Bahn geht es weiter nach Manhattan, Fifth Avenue Ecke 53. Straße steigen wir aus. Und wir sind in New York, zurück in der westlichen Welt. Um uns herum Hochhäuser, in den Straßen riesige Autos (also verglichen mit Peru auf alle Fälle, aber auch größer als in Deutschland). Und wir fallen hier als groß gewachsene weiße Menschen gar nicht weiter auf.
Wir schlendern die Fifth Avenue herunter, es geht zum Time Square. Wir suchen uns ein nettes Lokal und essen einmal wieder leckeren Burger, das haben wir uns in Peru immer vorgenommen bei so mancher kulinarischen Enttäuschung.
Danach geht es den Broadway hinunter bis zum Central Park. Nach drei Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt unseres Rundgangs. Wir gönnen uns ein Softeis auf der Fifth Avenue und setzen und zum Abschluss unseres Innenstadt-Aufenthalts auf die Treppenstufen einer Kirche.
Da wir die Hinfahrt in die Stadt unterirdisch absolvierten, wollen wir den Rückweg nun oberirdisch meistern. Die Züge zum Flughafen fahren Pennsylvania Station ab, wir gönnen uns ein Taxi. Was für ein Vergleich, in Arequipa kleine Deawoo Ticos, hier große Ford Limosinen. Nichts klappert, der Fahrer muss sich seinen Weg nicht freihupen, dafür kann der Preis aber auch nicht verhandelt werden. Immerhin gelb sind die Taxis in beiden Städten.
Mit dem Zug nach Babylon dann zurück, wir müssen wieder bis zur Jamaika-Station. Wenn wir links aus dem Fenster schauen, sieht es fast aus, wie in Berlin, graue Häuserückwände, etwas heruntergekommene Firmengelände. Rechts gibt es schmucke rote Backsteinhäuser, grüne Alleen und sehr gepflegte Bahnhofshäuschen.
Wir kommen wieder am Flughafen an, holen unser Gepäck ab gehen zum Schalter und checken ein. Keine halbe Stunde später sind wir durch die Sicherheitskontrollen durch, unser Flieger geht pünktlich, um halb 12 heben wir ab und nehmen die letzte Etappe unsere Reise in Angriff, Rückflug nach Hamburg.












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Sonntag, 13. Mai (Tag 59)

Sonntag, 13. Mai 2007 (Tag 59),
es ist immer noch Wochenende, auch ohne Wecker werden wir noch vor neun Uhr wach. Ich hole Brötchen, wir frühstücken. Danach Wäsche waschen. Hatte ich von den weißen T-Shirts erzählt? Ich habe mich dann doch mal dazu aufgerafft die zu waschen. Danach erledige ich noch die wöchentliche Putzaufgabe, heute: Das Bad. Nach noch ein wenig Rumgetrödel machen Steffi und ich einen Spaziergang. Ich hatte am Freitag auf dem Rückweg von der Arbeit noch etwas entdeckt, was ich gerne fotografieren (photographieren?) wollte.
Am Feuerwehrhaus kläffen uns erst zwei blöde Hunde entgegen, außerdem ist der Gitterzaun recht engmaschig und verhindert gute Fotos.


Jedoch kommt just in dem Moment jemand von den Feuerwehrleuten (ein Gruppenführer, wie sich später herausstellt) an, er wohnt im Haus gegenüber. Er öffnet uns das Tor und führt uns herum und erklärt uns alles.

Opel-Drehleiter, 1953

Löschwagen, (T)LF?


Ambulanz

Rüstwagen

Die drei kleinen Autos sind Geschenke der japanischen Regierung, deshalb Rechtslenker. Der Volvo LKW wurde vom Zoll beschlagnahmt und soll nun aufgearbeitet und mit Aufbau versehen werden. Und die alte Opel-Drehleiter aus dem Jahr 1953 wird für Paraden und ähnliche Zwecke wieder hergerichtet. Der Motor gehe noch, allein der äußere Zustand wäre so desolat.
Peter mit Helm und Jacke
am RW, hier mit Spreizer

geknippst beim Rundgang durch’s Haus
Es gibt vier Feuerwehrhäuser in Arequpia, zwei kenne ich jetzt schon. Der Dienst bei der Feuerwehr ist übrigens freiwillig und unentgeldlich, trotzdem gibt es Tag und Nacht eine Bereitschaft.

Nach der Führung, die gut eine halbe Stunde gedauert hat, suchen wir uns wieder mal ein kleines Restro, das Menü diesmal zu sechs Sol. Die Hühnchensuppe schmeckt mir sehr gut und ich bin danach etwas zu satt für die ganze Portion Korianderreis mit Hühnchen. Steffi hat gefüllte Paprika (rocotto relleño) mit Kartoffelgratin.
Den Nachmittag vertrödeln wir zu Hause, abends kocht Steffi Brokoli mit Möhren, dazu gebratenes Fleisch in sehr leckerer Soße und Kartoffeln.
Der Abend geht ruhig zu Ende.

Nachtrag: Auf diesem Foto sieht man Manuel, unser freundlicher Führer.
Bei der Verabschiedung, wir haben uns reichlich bedankt, dass man sich so viel Zeit für uns nimmt, werden wir auch noch zum Grillen Ende Mai eingeladen. Man feiert das 20-jährige Bestehen der Kompanie. Leider werden wir zu dem Zeitpunkt vermutlich keine Zeit haben, wir müssen unser Visum verlängern und machen deshalb einige Tage Auslandsaufenthalt in Chile oder Bolivien, das ist noch nicht ganz raus. Aber die Leute von der Feuerwehr bleiben uns auch so in guter Erinnerung. Und wir dürfen auch jederzeit wiederkommen.
Ach und nochwas fällt mir ein: Normalerweise ist immer eine Bereitschaft anwesend, außer am Muttertag, da dürfen ausnahmsweise alle nach Hause. Aber auch in Peru gibt es Diensthandies, für alle Fälle.

Samstag, 05. Mai 2007 (Tag 51),

Samstag, 05. Mai 2007 (Tag 51),
ausschlafen, Wochenende, Frühstücken, Wäsche waschen, ein bisschen Gitarre spielen, in die Stadt fahren. Steffi und ich nehmen heute Alexandra nochmal mit, wir wollen zu dem gestern entdeckten Supermarkt, das Brot vom Vortag kam beim Frühstück gut an. Also nehmen wir ein Taxi, landen am Saga (dort in der Nähe war der Laden) und begeben uns auf die Suche. Erstmal prüfen wir noch, ob die beim letzten Mal entdeckte Bäckerei dunkles Brot und Brötchen führt, leider ist dem nicht so. Wir essen wieder in einem kleinen Lokal für günstig Geld (das Tagesmenü aus einer grünen Suppe und dann Reis mit asiatisch abgeschmeckter Hähnchenkeule an Frühlingszwiebeln, den Gelee-Nachtisch lassen stehen) und begeben uns dann auf die Suche nach dem Supermarkt. Da es gestern zum Einen schon dunkel und wir zum Anderen mit dem Auto unterwegs waren, durchwandern wir erst noch das Frisörviertel, was zwar ganz hübsch ist, aber eigentlich einen Schlenker Umweg bedeutet.
Gleich nebenan, ein Schuhgeschäft
Im Supermarkt verbringen wir dann bestimmt eine Stunde einfach nur damit, die Regale in Ruhe zu durchstöbern und das Angebot zu sichten. Da wir ja später noch weiter wollen, schränken wir uns etwas ein beim Beladen des Einkaufswagens, geben dann aber doch wieder über 40 Sol aus. Alexandra geben wir unsere Einkäufe dann mit, sie fährt mit dem Taxi nach Hause. Wir gehen weiter zu Fuß Richtung Innenstadt, auf der Suche nach einem Café.





Wir entdecken wieder einen schöne Wohngegend, später noch die Feuerwehr.
Feuerwehrhaus in Arequipa





Einen Kaffee und ein Eis gibt’s schließlich auch und nach einem kleinen Umweg durch den El Super, als ob wir nicht gerade einkaufen gewesen wären, fahren wir mit dem Taxi nach Hause.
Abends sind die anderen zu einem Rockkonzert, Steffi und ich lassen uns in die Calle San Francisco chauffieren. Wir schlenden einmal auf und ab und landen schließlich in einer kleinen Bar, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.