Up in the Air (2016)

2016flights

Im April 2016 war ich beruflich in Bilbao (BIO via MAD mit Iberia (IB)), Beginn eines neuen EU-Projekts. Danach zu einer Konferenz in Chicogo (ORD via LHR mit British Airways (BA)), Ankunft ohne Koffer, der wurde zwei Tage später ins Hotel geliefert.

Außerdem beruflich in Paris (ORY, mit AB), sowie bei unseren Kollegen in Iasi in Rumänien (IAS via VIE mit Austrian Airlines (OS)), Rückankunft ohne Koffer nach Stromausfall am Flughafen Wien.

Privat gings im Spätsommer zu einer Hochzeitsfeier nahe München (MUC mit AB). Im Herbst nochmals dienstlich nach Spanien, diesmal nur nach Madrid (wieder mit IB).

Im Oktober dann zu einer weiteren Konferenz, diesmal nach Toronto mit Air Berlin (hin via ORD, rück via JFK), keine Probleme mit dem Gepäck. Die gab’s erst wieder beim Hinflug zu einer Konferenz in Seattle (hin via LHR mit BA). Der Koffer kam am Folgetag im Hotel an, gerade noch rechtzeitig, bevor ich nach Atlanta weitergeflogen bin (ATL mit Delta (DL)), Freunde besuchen. Schließlich Rückflug wieder via London nach Berlin (TXL mit BA).

Der Flug nach Seattle beschert mir den bisher längsten Flug sowie den am weitesten westlich gelegenen Punkt auf der Erde, den ich je besucht habe (47.45°N 122.31°W).

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Atlanta Aquarium

Schaue ich doch neulich fern, läuft da diese Werbung für eine Direktbank. Gehalten in schwarz-weiß steht dort ein Herr vor einem riesigen Aquarium.

Eine nette Dame vermutete sogleich, hey, das ist bestimmt in Atlanta. Nun, den Eindruck hatte ich auch. Also schau ich hier schnell in meiner Reiseberichterstattung nach, und was sehe ich? Ausführliche Bebilderung unserer Backstage-Tour folgt ggf. nochmal extra.

Also wird das jetzt flux nachgeholt.


Hier der Beginn unserer Backstage-Tour. Ein Bekannter von Josh arbeitet im Aquarium und führt uns durch die Katakomben. Ratet mal, was sich in den riesigen weißen Säcken befindet?


Richtig, „Instand Ocean“, einfach mit Wasser (also in diesem Fall viel Wasser) anrühren, fertig ist der Ozean.


Hier sind wir oben am Beckenrand vom Korallen-Becken. Hinten sieht man riesige Metall-Wannen, die mit Wasser volllaufen und dann auskippen. So wird der Wellengang simuliert.


Hier sehen wir auch die Fütterung. Der obere, für Besucher nicht zugängliche Bereich des Beckens dient auch zum Einsetzen von Jungtieren. Ganz wie beim heimischen Aquarium.


Im Bild die bunten Flecken, das sind die Fische. Die riesigen Blechglocken sind Lampen. Das Sonnenlicht alleine würde nicht ausreichen.


Wir kommen in eine weitere Halle und die sieht erstmal aus wie ein Schwimmbad.


An Seilen ziehen sich die Personen in den Schlauchboten über die Wasseroberfläche, um … ?


… die Walhaie zu füttern!


Damit sich die Tiere beim Fressen nicht in die Quere kommen, wird derart verfahren.


An einem langen Stock ist ein Becherchen befestigt, mit dem die Tiere peu-a-peu gefüttert werden.


Hier stehen wir jetzt im Besucherraum vor dem Korallen-Becken. Und was soll ich sagen, es ist groß. Der Zuschauerraum ist recht dunkel, so dass die ausgestellte Natur gut zur Geltung kommt.


Hier nochmal zum Größenvergleich mit unserem persönlichen Tourguide.


Natürlich darf auch das nicht fehlen, Seesterne und anderes Getier zum Anfassen. Madame zögert übrigens noch.


Auch diese Säugetiere gibt es im Atlanta Aquarium.


Kann’s jemand erkennen, um welche Tiere es sich hierbei handelt?


Nein, Otter sind es nicht. So ein Otterleben muss echt anstregend sein.


Hier sehen wir einen Mississippi-Nachbau, also einen Ausschnitt natürlich nur.


Auch diese netten Gesellen gibt es im Mississippi.


Nochmal was zum Anfassen. Bei Stachelrochen war die junge Dame im Foto dann übrigens auch mal ganz mutig und hat zugepackt.


So nun aber auf dem Weg zum großen Schaufenster am Hauptbecken. Sieht ja hier schonmal ganz nett aus.


Die Hauptattraktion, das große Schaufenster am Hauptbecken mit seinen Walhaien.


Wir stehen jetzt quasi unten, wo vorhin oben die Schlauchbote unterwegs waren.


Mal mit ein paar Menschen zum Größenvergleich.


Also die Höhe bestimmt 5m und die Breite … viel.


Wir standen hier bestimmt länger als eine Viertelstunde, ohne das uns langweilig geworden wäre.


Und wären auch noch länger geblieben, wenn das Aquarium nicht schon um 17h geschlossen hätte.


So war’s im Mai im Aquarium auf unserer Backstage-Tour.


Ein wirklich schöner Tag in Atlanta Downtown.

Und wer ganz genau hinschaut, der kann an den Steinen am Aquarium-Boden erkennen, das der Werbe-Spot definitiv im Atlanta Aquarium gedreht worden ist.

Atlanta Downtown

Dienstag:
Immernoch mit dem Mietwagen unterwegs.

Fahrt nach Downtown Atlanta.

Wir besichtigen World of Coca Cola, die reinste Kommerz-Veranstaltung. Aber wenn man schonmal hier ist …

Danach noch das ATL Aquarium. Man wirbt mit dem größten Wassertank in einem Aquarium mit Platz für mehrere Wahlhaie.

Ausführliche Bebilderung unserer Backstage-Tour folgt ggf. nochmal extra. Mein Eindruck: Groß!

Danach vertrödeln wir noch ein wenig die Zeit, erst in einer Kneipe in Buckhead, später beobachten wir den Sonnenuntergang.

Viel später kommen wir wieder in Marietta an. Man hat extra auf uns gewartet, wir trinken noch gemeinsam Margaritas und beschließen, der nächste Besuch kommt bestimmt, vielleicht diesmal ja nicht erst nach elf Jahren.

Mittwoch:
Leider schon der Rückflug nach Deutschland.

Blue Ridge

Montag:
Im Schnelldurchlauf: Mietwagen, Enten auf dem Parkplatz vorm Buchladen, Mittags asiatisch in Ellijay (), Weiterfahrt nach Blue-Ridge ().

Jemand schon mal von den Blue Ridge Mountains () gehört … ? Ja genau da waren wir! Zwar nicht in West Virginia und auch nicht am Shenandoah River, aber hey, schön ist es hier alle mal.

Durch den Chattahoochee National Forest (, ), weiter nach
Dahlonega (), dort kurze Uneinigkeit Einbahnstraße vs. Navi.

Abends gibt es Kartoffel-Suppe zu Hause, dazu Maisbrot mit Florida-Honig. Später fernsehen.

Lazy sunday afternoon

Sonntag: Heute ist ein ruhiger Tag. Eigentlich sollte es für heute überhaupt keine Programmpunkte geben, aber das passt nicht ins Konzept unsere Gastgeber. Also erkunden wir Kennesaw und Marietta.

In Kennesaw gibt es das Southern Museum of Civil War and Locomotive History. Der Bürgerkriegsteil interessiert mich nicht unbedingt, aber die Zuggeschichte (unter anderem der Andrews-Überfall) ist sicherlich spannend. Leider hat das Museum Sonntags geschlossen. Allerdings schließen sich just in dem Moment, nachdem wir das festgestellt haben die Schranken, so dass ich immerhin einen aktuellen Zug zu Gesicht (und vor die Linse) bekommen habe.

Weiter ging es nach Marietta. Hier ist rund um den Glover Park am Marietta Square gerade ein kleiner Kunsthandwerksmarkt, dort gibt u.a. kleine Verkaufszelte für Silberbschmuck, Töpferwaren und Holzskulpturen. Ein kleiner Rundgang, ein Waffeleis, die Füße in den Brunnen halten, ein Foto unterm Pavillon.

Für Abends (nach der obligatorischen Abkühlung im Pool) hat unsere Hostess eine kleine Dinner-Gesellschaft eingeladen. Es wird ein sehr schöner Abend zu Hause.

Kennesaw Mountain

Sonnabend: Nach einem sehr guten Frühstück in einem Five Star Day Café geht es zurück nach Atlanta, genauer, nach Marietta. Wir können hier bei Joshs Mutter für die knappe Woche im Poolhaus wohnen. Das Wetter soll schlechter werden im Laufe des Tages und für den Rest des Wochenendes, also werden wir sofort in Richtung Kennesaw Mountain geschickt, damit der uns auch ja nicht entgeht.

Kennesaw Mountain () ist ein kleiner Berg zwischen Kennesaw und Marietta. Mit einer Höhe von 551m ist er die höchste Erhebung im Großraum Atlanta. Von seiner Spitze hat man (bei gutem Wetter) einen guten Rundumblick über die ganze Gegend und Landschaft. Der Aufstieg ist etwas 200m vom Parkplatz aus. Der Berg war (aufgrund seiner strategischen Bedeutung) auch der Ort an dem die entscheidende Bürgerkriegsschlacht um Atlanta stattgefunden hat. Doch dazu später mehr. Wer fahren also mit dem Auto zum Parkplatz am Fuße des Berges (in etwa so, wie man nach Spranz fährt um auf den Hohen Mechtien zu wandern). Der steile Aufstieg ist aufgrund eines leichten Nieselregens sehr angenehm. Dieser vernieselt uns dann leider die Aussicht aufs Umland. Also wieder Abstieg.

Am Fuße des Berges gibt es noch ein kleines Museum. Das hatten wir bei meinem letzten Besuch ausgelassen, also nutzten wir die Gelegenheit.


Die Ausstellung beginnt mit den Positionen der Nord- und Südstaaten (Bild 1 + 2). Danach wird auf einzelnen Tafeln der Fortgang der Ereignisse rund um Atlanta dokumentiert (Bild 4). Bei den Nordstanden fand sich ein spannendes Geschichtszeugnis, ein Aufruf, sich zum Militär zu melden, auf Deutsch. Die Wisconsin Volunteers suchen neue Rekruten, man kann sich in Milwaukee zur Arme einschreiben. Da es zu dieser Zeit in Wisconsin sehr viel deutschstämmige Bevölkerung gab, machte es durchaus Sinn, die Werbung auch auf deutsch zu verfassen.
Wie viele Besucher wohl dieses Geschichtsdetail entdecken? Ein Hinweisschild gab’s nicht. Später habe ich das Plakat auf der Suche nach Hintergründen auch noch in einem Buch gefunden.

Zurück zur Unterkunft. Mutig eröffnen wir die Pool-Saison, die Gastgeberin serviert gekühltes Bier, es gibt Nachos mit selbstgemachter Hackfleisch Salsa. Zum Abendessen leckeren Rinderbraten mit Gemüse (das erste Mal seit über einer Woche was richtig gekochtes und kein Restaurant-Essen). Danach fahren wir noch Ron und Angies Abschiedsparty. Sie wohnen in einem Wohnkomplex mit bewachter Zufahrt. Es gibt (so man möchte) viel zu trinken und zu essen und ist insgesamt deutlich gehobener als am Abend zuvor. Erinnert mich etwas an O.C. California.

Athens

Freitag: Wir treffen Josh am Flughafen. Obwohl wir uns seit 11 Jahren nicht gesehen haben, verstehen wir uns auf Anhieb wieder sehr gut. Mit Marta fahren wir nach Buckhead (), dem Finanzdistrikt von Atlanta. Josh arbeitet hier und wir wollen mit dem Auto weiter. Nach einem kurzen Snack bei Chick-fil-a geht es dann auch unmittelbar weiter nach Athens (), dem Sitz der University of Georgia. Wir wollen Abends ein wenig College-Party-Feeling schnuppern und können dafür bei einem Freund von Josh übernachten.

Die Kneipen-Szene in Athens, GA ist in etwa vergleichbar mit der in Magdeburg. Es gibt einen Irish Pub (mit Kicker und Pool-Billiard), wo man hauptsächlich Bier trinken kann. Die Leute dort sind alle halbwegs normal (Jeans, T-Shirt), das Licht ist nicht zu grell und die Musik ist gut, weil a) nicht zu laut, so dass man sich noch unterhalten kann und b) nicht zu nervig oder experimentell.

Weiter geht’s in einen ganz neuen hippen und irgendwie experimentell skurrilen Laden. Er besticht durch Minimalismus (in Punkte Ausstattung und Größe des Schankraums) gepaart mit eher hohen Cocktail-Preisen, einem sehr elitären überkandidelten Publikum (die Damen in Kostümchen, die Herren auch eher übertrieben), welches irgendwie obendrein noch total jung und kindisch ist, wobei, vielleicht werde ich auch einfach nur zu alt für diese Art von Unterhaltung. Immerhin hätte es hier Pisco Sour gegeben, so man diesen hätte haben wollen.

Also weiter. Wir landen in einem größeren Laden als zuvor. Das Publikum ist etwas älter (und auch „normaler“) als zuvor, es gibt einen offenen Balkon in der zweiten Etage. Wir beschließen, hier zu versacken und philosophieren mit einigen Einheimischen über die Vor- und Nachteile der US-Amerikanischen Biersorten.