Sonntag, 22. Juli (Tag 129)

Sonntag, 22. Juli 2007 (Tag 129),
heute ist ein richtiger Faulenzertag. Wäschewaschen steht auf dem Programm, an sonsten viel Trödeln. Zum Mittagessen kocht Steffi ein Hähnchengeschnetzeltes mit Zwiebeln, dazu Erbsen mit Möhren und Kartoffelbrei.
Am frühen Abend backe ich nochmal Brot, abends schauen ich mir zwei Filme auf DVD an, Transporter 2 und Shrek 3 sind meine Abendunterhaltung.

Schokopudding, wie vla mit Joghurt, und Zitronenkuchen, Majalapudding lässt grüßen
das fertige Brot
Meine typischen Zutaten: Quinoa-Flocken, normaler Quinoa, Trockenhefe, Weizenkleie, Weizenmehl mit und ohne Backpulver, Hafermehl

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Sonntag, 15. Juli (Tag 122)

Sonntag, 15. Juli 2007 (Tag 122),
aufstehen kurz vor zehn, Steffis Handy klingelt, es ist Oskar, er setzt uns von einer Einladung zum Mittagessen in Kenntnis. Eigentlich wollte ich Brötchen holen, das entfällt jetzt natürlich. Wir gerade unseren Toast aufgegessen (schließlich ist es bis zum Mittagessen ja noch etwas hin), da klingelt das Telefon abermals, das Essen ist erst nächste Woche, ach so. Was machen wir also stattdessen? Einkaufen. Der Streik soll ja morgen weitergehen und bevor wir auf dem trockenen sitzen (wohl eher auf aufgebrauchten Vorräten) beugen wir lieber vor. Wie immer, wenn wir einkaufen ohne wirklich konkrete Vorstellungen von benötigten Dinge, bringen wir auch jede Menge Geld durch, allein die Versorgen bei Notstand lässt sich damit wohl nicht sicherstellen. Es ist aber auch schwierig, so zu planen, dass man haltbare Dinge kauft, die nicht gekocht oder gebacken werden müssen. Wir haben Gas aus der Flasche, das ist ab und zu alle und dann muss neues geordert werden. Das dauert normalerweise eine viertel bis halbe Stunde und dann steht der Gasmann vor der Tür mit einer neuen Flasche. Sollte wirklich Generalstreik herrschen, könnte auch hier der Nachschub schwierig werden. Und das schließlich würde auch die „Ach, wir haben 2 Kilo Mehl, dann backen wir halt Brot.“-Alternative ausscheiden lassen. Falls sie uns den Strom abstellen, nützen uns auch die drei Brote im Froster nicht wirklich was. Aber so schlimm soll’s schon nicht werden.
Wieder zu Hause backe ich auf Wunsch einer einzelnen Dame einen Kuchen. Ich habe gestern schon Rosinen in Rum eingelegt. Außerdem nehme ich noch:
– drei Eier
– eine Tasse Zucker
– eine Tasse Öl
– zwei Tassen Mehl
– eine Priese Salz
– ein Glas Pfirsichmarmelade
– etwas Rum.
Die Eier und den Zucker sehr gut verrühren, dann die restlichen Zutaten nach und nach hinzufügen. Eine Tortenform fetten, den Teig einfüllen, mit klein geschnittenen Pfirsichen (eine Dose) belegen. Bei mir im Gasofen hat das Abbacken 90 Minuten bei mittlerer Stufe gedauert, im vorgeheizten E-Herd geht es sicherlich schneller.
Den abgekühlten Kuchen essen wir zum Nachmittag mit geschlagener Sahne.
Danach machen wir noch einen Spaziergang, diesmal die Doleres die andere Richtung runter. Wir entdecken einen schönen Boulevard mit Grünstreifen in der Mitte und vielen Bäckereien. Am Friedhof wird eine Draußenmesse gefeiert. Ganz in der Nähe verkaufen Frauen frisch gebackene Kuchen auf der Straße, wir schlagen zu und essen das noch warme Backwerk.
Wieder zu Hause lassen wir uns mit dem Abendessen bewusst noch ein wenig Zeit. Das Fernsehprogramm ist mal wieder nicht der Hit, das Fußballspiel Argentinien gegen Brasilien am Nachmittag endete unspektakulär aber immerhin reich an Toren 3:0 für Brasilien, die Fußball-Südamerika-Meisterschaft ist damit auch zu Ende.
Zum Abendessen gegen halb neun gibt’s dann eine Gemüsepfanne mit Spinat, Lauch, Tomaten und Würstchen, dazu Nudeln und frisch geriebenen Käse. Ganz lecker.

Samstag, 16. Juni (Tag 93)

Samstag, 16. Juni 2007 (Tag 93),
wir stehen relativ zeitig auf und sitzen schon um kurz nach neun am Frühstückstisch. Ich habe im Reiseführer von noch einem besuchenswerten Gebäude hier in Arequipa gelesen, geöffnet aber nur Vormittags. Als wir um elf da sind, hat es zu. Vermutlich kann man nur unter der Woche eine Besichtigung machen, schade.
Wir nutzen aber die Gelegenheit, einmal in der Stadt, und kaufen uns ein paar Filme und gehen beim Chinesen Mittagessen. Danach fahren wir noch zu mir in die Firma, ich hatte gestern mein Netzteil vom Notebook hier vergessen, außerdem ist abermals Remate, anlässlich des Dia de Padre morgen. Für mich gibt’s nichts, Steffi findet eine Decke. Wir schauen uns noch die verschiedenen Lama-Arten an, die gleich neben dem Laden in vier kleinen Gehegen zooähnlich untergebracht sind.
Nach dem Einkaufen warten wir auf ein Taxi. Wir warten eine ganze weile, aber entweder wird es uns vor der Nase weggeschnappt oder ist schon besetzt. Gegenüber hält ein Auto. Das lustige Paar (er österreichischer Arzt Mitte 50, sie aus Arequipa irgendwas in die 40 (?)) bietet an, uns bis ins Zentrum mitzunehmen, dort gibt es schließlich mehr Taxis. Wir unterhalten uns nett, berichten von unserem Stammtisch, er von seiner Tätigkeit als Spezialist für alternative Heilmethoden. Im Zentrum tauschen wir noch Visitenkarten aus und steigen dann immer noch leicht verdutzt über das uns gerade widerfahrene aus.
Ein Taxi nach Hause findet sich tatsächlich fix, dort ein neues Backprojekt, heute Pflaumenkuchen. Pflaumen gibt es hier seit einigen Tagen in den Supermärkten zu kaufen und sie schmecken gut. Ich habe etwas viel Teig angerührt, also werden auch noch schnell einige Brötchen für morgen abgebacken.

Geheimes Fotos aus meiner Bank, zu sehen der große Wartebereich
Kleines Lama
Alpacas, zu erkennen am zugewachsenen Gesicht

Freitag, 15. Juni (Tag 92)

Freitag, 15. Juni 2007 (Tag 92),

Keine Angst, die Artikel für die letzten Tage kommen noch, erstmal aber der Link zu einem tollen Fotoprojekt, Bildband „Hungry Planet“: Was isst die Welt?

Steffi und ich haben mal kurz überlegt, was bei uns an Essen zusammenkommen würde. Es ist einiges und pro Woche sind wir mit bestimmt 200 Sol (ca. 50 EU, 65US$) dabei. Übrigens, Kellogg’s Cornflakes wären bei uns auch auf dem Bild.

Dieser Freitag ist, wie jeder Freitag, der letzter Arbeitstag auf dem Weg ins Wochenende. Auch er vergeht mit Arbeiten in Form von Programmieren und wird eigentlich nur durch ein Mittagessen unterbrochen.
Abends backe ich auf Wunsch einer einzelnen Dame mein Sauerteigbrot. Ich hatte letzten Sonntag angefangen, einen Sauerteig anzusetzen, diesen jeden Tag mit einer handvoll Mehl und etwas Wasser gefüttert und ihn heute für gut befunden. Zum Backen gebe ich Mehl in der Menge des Sauerteigs hinzu, außerdem noch etwas Salz und Wasser und weil ich ungeduldig bin außerdem noch etwas Hefe. Der Teig geht dann auch gut auf. Mitten im Backen, wir sind gerade beim Abendessen, ist das Gas alle. Wir ordern zwar sofort telefonisch eine neue Flasche, aber das dauert hier immer einen Moment (in unserem Fall eine Dreiviertelstunde), so dass das Brot solange pausiert und es danach zu Ende gebacken wird. Das schadet dem Endergebnis allerdings überhaupt nicht, es entstehen zwei saftige Brote, wir probieren gleich abends noch etwas davon.

Sonntag, 06. Mai (Tag 52),

Sonntag, 06. Mai 2007 (Tag 52),
heute ist ein Trödeltag. Nach dem späten Frühstück verbringe ich die Zeit erst an der Gitarre und dann am Laptop. Gegen fünf gehen Steffi und ich nochmal in den El Kosto, wir haben keine Milch mehr. Ich backe wieder Brot (wir hatten gestern Hafermehl in der Annahme von Roggenmehl erworben) und mache dann, wie eigentlich letzte Woche schon vorgehabt, Gulasch. Wir lassen es uns gut gehen und legen auch sonst keine Hektik an den Tag, es ist schließlich Wochenende.

Diesmal zwei kleine Brote statt eines großen

Sonntag, 29. April (Tag 45)

Sonntag, 29. April 2007 (Tag 45),
ausschlafen. Wir waren zwar gestern auch nicht mehr bis ewig unterwegs, aber man kann ja trotzdem mal ausschlafen. Steffi und ich machen einen Spaziergang in die Stadt. Ich habe meinen Fotoapparat mitgenommen und wir machen uns auf in Richtung grüne Alleen und alte Häuser.



Mag jemand das Schild übersetzen?


Aber schöne alte Autos gibt’s hier ja …
Irgendwo in der Stadt gönnen wir uns ein Menü für 3 Sol beim Chinesen. Wir schlendern durch die Straßen, auf der Suche nach Fotomotiven und vertrödeln den Tag so vor uns hin.
Plaza de Armas, Arequipa Peru
Dieses und die folgenden Bilder entstanden in einem erst 1977 von Privatleuten errichteten Komplex



Zeig mal nochmal die Blüten … Das mit der Begeisterung üben wir noch.


Klee, am anderen Ende der Welt. Auch zum Wuscheln?


Außerhalb der Anlage

Hinter der Kathedrale


Steffi, lach doch mal …

Ein ausdrücklich nicht repräsentatives Haus
Nach einem schönen Kaffee und noch einem Eis auf die Hand nehmen wir irgendwann viel später ein Taxi wieder nach Hause. Eigentlich wollte ich ja Gulasch kochen aber die Läden hatten zu, also backe ich Brot.
Schmeckt so lecker wie es aussieht

Dienstag, 24. April (40. Tag)

Dienstag, 24. April 2007 (40. Tag),
ich habe Geburtstag und wir haben kein Wasser. Zum Glück weiß ich das nicht und kann deshalb in Ruhe duschen. Später erfahren wir den Grund, der Vermieter klingelt und teilt mit, das aufgrund von Reparaturarbeiten das Wasser bis morgen Vormittag abgestellt sein wird. Wir legen Vorräte an, solange dies noch geht.
Dann mit Papptellern und Plastikgabeln, einem scharfen Messer und natürlich dem gestern gebackenen Kuchen zur Arbeit. Kurz vor dem Mittagessen schneiden wir den Kuchen an, die Kollegen hatten Eis dazu gekauft und das ergibt eine vorzügliche combinación. Auch die Tatsache, dass ich den Fantakuchen mit Coke Zero zubereitet hatte, fällt nicht weiter auf. Außerdem wird auch meine Vorbereitung in punkto Geschirr und Besteck anerkannt. Unmittelbar danach zum Mittagessen. Es gibt Rindfleich mit ein wenig Gemüse und Reis (ich könnte mal wieder Nudeln essen, oder richtige Pommes …). Nachmittags entdecke ich die Möglichkeit von PHP, in Scripten die Performance zu messen, sprich, ein Programm sagt einem dann, wo es langsam ist. Vielleicht lassen sich damit die Geschwindigkeitsprobleme in den Griff bekommen.
Mit dem Taxi wieder nach Hause, ein bisschen Gitarre spielen, dann nochmal Kaffee und Kuchen, schließlich hatte Steffi gestern auch noch für mich gebacken, es gibt einen Kuchen mit Rosinen, Weintrauben und Mandeln (die hatte ich am Vorabend schälen dürfen). Beschert werde ich auch, es gibt die am Wochenende ausgesuchten Poloshirts und den Kuchen von Steffi, außerdem will sich mich demnächst auch nochmal zu Essen einladen, meine Mitbewohner beehren mich mit einer Flasche trockenem Rotwein und einer Packung Chips.
Mein „Geburtstagstisch“
Ohne Abendbrot und richtig pappsatt fahren wir zu neun wieder zu unserem deutschen Stammtisch, diesmal im Ad Libitum, wieder mit jeder Menge neuer Leute. Der Laden ist zwar nicht unbedingt soo der Hit aus meiner Sicht – relativ teuer und die Bedienung nicht die allerschnellste – aber das hindert uns nicht daran, es noch bis kurz nach eins dort auszuhalten.